Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2026: Tuba und Horn

von Carola Schlegel

Vom 7. bis 16. Mai 2026 lädt der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen wieder herausragende junge Musikerinnen und Musiker aus aller Welt sowie renommierte Mitglieder der Jury unter der Präsidentschaft von Prof. Christian Lampert zum Wettbewerb in den Fächern Horn und Tuba ein.
Der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen wird im jährlichen Wechsel zwischen Saiten- und Blasinstrumenten (jeweils zwei Instrumente) ausgetragen und dient der Nachwuchsförderung junger Instrumentalisten. Er steht auf hohem künstlerischem Niveau und wird von der Fachwelt als bedeutsames Ereignis angesehen. Vordere Plätze bedeuten für die Teilnehmer:innen fast immer den Sprung in die Internationalität und werden als Gütesiegel gewertet.

Die große Resonanz beruht nicht zuletzt auf dem einmaligen Flair, geprägt vom besonderen Profil und der Wechselbeziehung zwischen Handwerk und künstlerischem Tun. Es werden immer wieder neue Kontakte geknüpft zwischen denen, die ihr Instrument meisterlich beherrschen und spielen können, und den Markneukirchner Musikinstrumentenbauer:innen, die diese Instrumente mit künstlerischer Fertigkeit meisterhaft bauen.
Besonders intensive Begegnungen während des Wettbewerbes sind bei den Ausstellungen und natürlich bei Gesprächen direkt in den zahlreichen Werkstätten der Musikinstrumentenbaumeister:innen möglich.

Musikinstrumentenausstellung anlässlich des Sinfoniekonzerts zur Eröffnung des 60. Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen in der Musikhalle Markneukirchen, Foto: Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen, Mai 2025


Ein Wettbewerb und seine Geschichte

Der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen hat seine Wurzeln in einem Geigerwettstreit, der erstmals 1950 auf Anregung des Markneukirchner Dirigenten, Komponisten und Musikpädagogen Günter Wendel stattfand. Bereits beim ersten Wettbewerb konnten sich die Gewinner über Markneukirchner Instrumente (eine Meistergeige und einen Meisterbogen) als Preise freuen.
Fand der Wettbewerb zunächst auch nur an einem Abend mit gerade einmal drei Teilnehmern statt, wuchs er doch rasch, wurde bereits zwei Jahre später zeitlich auf zwei Tage ausgeweitet und um eine Solistenkategorie für weitere Fächer außer Geige sowie eine Musikinstrumentenausstellung ergänzt.
1956 fand der Geigerwettstreit vorerst zum letzten Mal statt, doch die Idee eines Musikwettbewerbes, der junge Musikerinnen und Musiker in die Stadt der Musikinstrumentenbauer einlädt, wurde 9 Jahre später erneut aufgegriffen.
So wurde mit dem Geigerwettstreit 1966 der Grundstein für die bis heute andauernde Reihe der Musikwettbewerbe in Markneukirchen gelegt.

Das älteste Foto von Preisträger:innen des Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen aus dem Jahr 1967, 1. Platz: Jürgen Pilz, 2.: Katharina Adamosi-Reibiger, 3.: Klaus Burdiaster u. Marion Mühlmann, 5.: Annemarie Erdmann, Foto: Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen, 1967


Ziele waren damals wie heute die Förderung des musikalischen Nachwuchses, Gelegenheit zum Austausch zwischen Musiker:innen und Musikinstrumentenbauer:innen zu bieten und weltweit auf die lebendige Tradition des Musikinstrumentenbaus in Markneukirchen aufmerksam zu machen. Bereits 1968 wurde das Fach Waldhorn in das Wettbewerbsprogramm aufgenommen, 1970 der Wettbewerb erstmals für zwei Instrumente ausgeschrieben (zwischen 1972 und 1990 teilweise bis zu vier Fächer pro Jahr) und bald auch für bis dahin international solistisch wenig beachtete Instrumente wie Kontrabass (ab 1975) und Tuba (ab 1980).

Geigenbauer beim Schnitzen einer Schnecke, Foto: Stadtverwaltung Markneukirchen →

← Metallblasinstrumentenbauerin in der Firma Jürgen Voigt, Markneukirchen, Foto: Archiv Musicon Valley e.V.


Auch in diesem Jahr wird es parallel zu den vier anspruchsvollen Wettbewerbsrunden reichlich Gelegenheit geben, die Musikstadt und den traditionellen vogtländischen Musikinstrumentenbau, der 2014 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen wurde, kennenzulernen. Dieses lebendige Erbe vermitteln die Musikinstrumentenbauer:innen in den Werkstätten sowie im Rahmen von Ausstellungen und Schauvorführungen.
Ein Besuch im Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen vertieft die Einblicke in die Entwicklung des vogtländischen Musikinstrumentenbaus und zeigt anhand einer Vielzahl von Exponaten dessen Entwicklung.
Begleitet werden die Wettbewerbstage von Konzerten einheimischer Orchester, die zu einem großen Teil aus Musikinstrumentenmacher:innen bestehen:

8. Mai 2026 – Sinfoniekonzert zur Eröffnung des Wettbewerbs

Unter der Leitung von Matthias Spindler werden das Sinfonieorchester Markneukirchen sowie die Solistin und erste Preisträgerin des IIW 2025, Carla Usberti, zu erleben sein. Auf dem Programm stehen Louise Farrencs Première Ouverture à Grand orchestre op. 23, Henri Casadesus’ Konzert c-Moll für Viola und Orchester im Stile von Johann Christian Bach sowie César Francks Sinfonie d-Moll.

Sinfonieorchester Markneukirchen unter der Leitung von Matthias Spindler zum Eröffnungskonzert des 60. Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen 2025 in der Musikhalle Markneukirchen, Foto: Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen, Mai 2025 →

← Carla Usberti, 1. Preisträgerin des 60. Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen 2025 im Fach Viola, Foto: Daniel Hoffmeyer, Mai 2025


12. Mai 2026 – Blaskonzert „Ein Lied geht um die Welt“

Gemeinsam mit dem Blasorchester Markneukirchen und Solist:innen wie Holger Heberlein (Klarinette) gestaltet dieses Konzert ein abwechslungsreiches Programm – von traditionellen Melodien bis zu modernen Arrangements.

Aber auch der Wettbewerb selbst steht allen Gästen in der Musikhalle Markneukirchen (Fach Horn) und im Alten Schloß in Erlbach (Fach Tuba) offen. Die Besten des Wettbewerbes dürfen sich u.a. auf attraktive Geldpreise im Wert von 7.000 €, 5.000 € und 3.500 € sowie Konzertengagements und Sonderpreise freuen.
Abschließende Höhepunkte sind mit Sicherheit die beiden Finalrunden am 14. und 15. Mai sowie das Preisträgerkonzert am Samstag, den 16. Mai 2026, 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen.

Die Bestplatzierten präsentieren sich dann noch einmal mit dem Hornkonzert Nr. 1 von Richard Strauss, dem Concertino op. 77 für Tuba und Streichorchester von Jan Koetsier sowie weiteren Werken aus dem Wettbewerbsprogramm solistisch und in Begleitung der Clara-Schumann-Philharmoniker Plauen-Zwickau unter der Leitung von GMD Leo Siberski sowie der Wettbewerbspianisten.

Blasorchester Markneukirchen im Konzert am 13.05.2025 in der Musikhalle Markneukirchen, Solist: Gerd Fischer (Trompete) – Preisträger des Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen 1986, Foto: Jürgen Kadach, 2025


Mit teilweise mehr als 200 Anmeldungen pro Jahr aus rund 30 Ländern der Welt und einem sehr hohen musikalischen Niveau hat der Wettbewerb heute eine herausragende internationale Stellung, die durch die Aufnahme in die World Federation of International Music Competitions im Jahr 1993 bestätigt wurde.

Alle Informationen zum Wettbewerb und zum Rahmenprogramm können über die Homepage des Internationalen Instrumentalwettbewerbs abgerufen werden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Zurück zur Übersicht

© Copyright 2026 – Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV)
You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly. Close