"Von Erzgebirgsstuben & Mundlöchern". Ein Projekt des Resonanzraums Erzgebirge e.V.

von Resonanzraum Erzgebirge e.V.

Der im Juli 2022 gegründete Verein Resonanzraum Erzgebirge e.V. versteht sich als eine Plattform, um eigene, fortschrittliche und kreative Projekte zu entwickeln und durchzuführen. Er ist ein offener Raum für Menschen, die kulturelle und Bildungsprojekte umsetzen wollen, insbesondere in den Bereichen interkultureller, historisch-politischer und Demokratiebildung. Nach u.a. einem künstlerischen Forschungsprogramm „Ost in Space“ und dem Projekt „Erzählungen – gestern, heute, morgen“ wurde im Spätherbst 2025 „Von Erzgebirgsstuben und Mundlöchern“ gestartet. Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium des Inneren im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ bis Ende 2029 gefördert.

 

 

Seit den ersten Silberfunden bei Freiberg vor über 800 Jahren ist die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří untrennbar mit dem Bergbau verbunden – einer Geschichte von harter Arbeit, Wandel und Erfindergeist. Mit der Erschließung umfangreicher Uranlagerstätten erlebte die Region ab 1946 ein vorerst letztes „Berggeschrey“. Die geförderten Uranerze bildeten die Rohstoffbasis für das sowjetische Atomprogramm. Nach der Friedlichen Revolution 1989 und dem damit verbundenen Wegfall des vormaligen Abnehmers UdSSR verlor der Uranbergbau seine Rentabilität und wurde eingestellt. Es begann der Umbau des Abbauunternehmens SDAG Wismut in die bundeseigene Wismut GmbH zur Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus. Dabei verloren Zehntausende Menschen ihren Arbeitsplatz und gerieten unter enormen Anpassungsdruck. Hoffnungen blieben unerfüllt, Lebensträume zerplatzten und Arbeitsbiografien erfuhren Abwertungen. Die Folgen dieser tiefgreifenden Veränderungen sind bis heute sichtbar.

In unserem Projekt „Von Erzgebirgsstuben und Mundlöchern“ möchten wir in den kommenden Jahren erfahren, wie der Transformationsprozess im Erzgebirge nach der politischen Wende 1989 von Bergleuten und deren Angehörigen erlebt wurde. Mit Zeitzeugengesprächen und Erzählcafés laden wir Bergleute, deren Angehörige und Nachkommen deshalb ein, ihre gesammelten Lebenserfahrungen und -geschichten in vertrauensvoller Atmosphäre miteinander zu teilen. Auch ist es uns ein besonderes Anliegen, Einzelinterviews audiovisuell festzuhalten. Daran anknüpfend möchten wir die facettenreichen Transformationserfahrungen mit einer Wanderausstellung für ein breites Publikum erfahrbar machen und in deutsch-deutschen Bildungsreisen einen Raum für Austausch bieten. Wir hoffen, so Menschen mit ähnlichen Erfahrungen aus West- und Ostdeutschland einander näher zu bringen. Es ist uns wichtig, das Projekt gemeinsam mit den Menschen vor Ort auszugestalten.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben oder Sie gar mit Ihren Erlebnissen das Projekt mitgestalten möchten, laden wir Sie herzlich ein, mit uns in Kontakt zu treten:
Per Mail unter: veum@resonanzraum-erzgebirge.de
oder Telefon: 03721/3699804

 

Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!



Weitere aktuelle Informationen zum Projekt erhalten Sie unter:
Von Erzgebirgsstuben & Mundlöchern | Resonanzraum Erzgebirge

Das Team „Von Erzgebirgsstuben & Mundlöchern“ verbleibt mit Glück Auf!

 

 

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